· 

Mein Flug nach Indien

 

Am 18.7.2019 flog ich mit Oman Air von Frankfurt nach Mumbai. Da ich nach meinem Auslandssemester noch weiter reisen wollte, hatte ich mir übers Reisebüro einen relativ günstigen One-Way Flug gebucht, mit 7 Stunden Aufenthalt in Muscat. Als ich später die Zusage für ein Stipendium bekam und somit auch die Rechnung von meinem Flug bezahlt wurde, ärgerte ich mich etwas über meinen Geiz beim Buchen – ein Direktflug wäre schon eine bequemere Alternative gewesen….Somit hatte ich jedoch die Möglichkeit einen Blick auf Muscat bei Nacht zu werfen, was ich absolut nicht bereue! Der Flughafen eignet sich perfekt für einen längeren Aufenthalt, da er jede Menge bequemer Sitzmöglichkeiten bietet, die ganze Nacht voll mit Menschen ist und man leckeres Essen in der Food- Lounge bestellen kann.

 

Dank eines Go-Out-Workshops von meiner Uni in Göttingen hatte ich im Voraus die Möglichkeit, mich mit einer Studierenden auszutauschen, die im letzten Jahr an derselben Uni in Pune studiert hatte. Sie konnte mir eine Menge Tipps geben und empfahl mir unter anderem, mit dem Taxi Unternehmen KK Travels vom Flughafen in Mumbai nach Pune zu fahren. Da man die Fahrt im Voraus bucht und bezahlt, benötigt man für die Fahrt kein Bargeld. Zudem wird man bis zur gebuchten Unterkunft gebracht und muss in Pune nicht mit dem Gepäck in eine Rikscha steigen. Um mich nicht von unseriösen Taxifahrern abzocken oder in einem teuren Hotel zu landen – eine übliche Masche, um durch das Verschaukeln von Touristen eine Provision zu erhalten – hatte ich mir also fest in den Kopf gesetzt, mit „KK Travels“ nach Pune zu fahren. So die Theorie.

 

Die Praxis sah dann jedoch etwas anders aus: als ich während meines 7-stündigen Aufenthalts in Muscat die Taxi-Fahrt buchen wollte, musste ich feststellen, dass die Buchung nur 24 Stunden im Voraus möglich ist. Nach einem kurzen Schockmoment kam ich auf die geniale Idee, mir spontan über Couchsurfing einen Host in Mumbai zu suchen und erst am nächsten Tag nach Pune zu fahren. Sicherlich hätte es noch eine Menge anderer Möglichkeiten gegeben, vom Flughafen nach Pune zu kommen, aber nach einer durchgemachten Nacht und beladen mit meinem Gepäck wollte ich kein Risiko eingehen. Obwohl es in Mumbai bereits Nacht war, bekam ich auch direkt eine Zusage von einem Host, der mir anbot, mich morgens am Flughafen abzuholen.

 

Ich landete um 6:30 in Mumbai und kam ohne Probleme und langes Anstehen durch die Pass- bzw. Visakontrolle – um Komplikationen zu vermeiden, sollte man allerdings bereits im Flieger das Einreiseformular ausgefüllt haben und bei der Passkontrolle mit abgeben. Beladen mit meinem Gepäck entschied ich mich, im Flughafen noch etwas Geld zu wechseln. Mir wurde zwar im Voraus gesagt, dass ich mein Geld bloß nicht im Flughafen wechseln sollte, da man höchstwahrscheinlich abgezogen werde und der Wechselkurs in Wechselstuben besser sei; in meinem Reiseführer – bzw. „Fettnäpfchenführer“ von Karin Kaiser – las ich wiederum, dass es sich anbiete im Flughafen zu wechseln, da der Wechselkurs dort meist besser sei, als in den Wechselstuben. Außerdem erfuhr ich, dass es illegal ist, Rupien nach Indien einzuführen – auch wenn das Risiko in eine Zollkontrolle zu kommen relativ gering ist, war ich erleichtert, dass ich bei der Reisebank in Göttingen keine Rupien bekommen hatte. Der Wechselkurs im Flughafen war tatsächlich eine Abzocke. Dennoch war ich im Nachhinein froh, bereits 100€ in Rupien gewechselt zu haben, da ich die Wechselstube in Pune innerhalb der nächsten Woche erst einmal suchen musste.

 

Es empfiehlt sich deshalb, Geld direkt am Flughafen in Indien abzuheben - möglichst an einem Bankautomaten, bei welchem keine Gebühren anfallen. Aber selbst wenn man hierfür Gebühren zahlen muss, sind sie geringer als die Summe, die beim Wechselkurs drauf geht.