Britischer Kolonialismus

  • 1830er Jahre: Englisch löst Persisch als offizielle Amtssprache in den islamisch ab. (Farsi war die höhere Amts- und Bildungssprache im Mogulreich und anderen islamisch regierten Staatswesen des indischen Subkontinents gewesen.)
  • 1857: Indischer Aufstand.
  • 1858: In Folge des Aufstands wird die Macht der Ostindischen Kompanie auf die britische Krone übertragen. Die Zeit Britisch-Indiens beginnt.
  • 1869: Eröffnung des Sueskanals fördert den Handel mit Europa. Die wirtschaftliche Bedeutung von Bombay (Mumbai) nimmt drastisch zu.
  • 1885: Gründung des indischen Nationalkongresses, der ersten politischen Organisation Indiens.

Indien stand seit Beginn des 19. Jahrhunderts faktisch unter britischer Kontrolle. Auch wenn in den sogenannten „Fürstenstaaten“ die Territorien von den eigenen Herrschern regiert und verwaltet wurden, stülpte man ihnen ein System zentraler Verwaltung über. Zudem wurden britische Bürokratiemodelle in der indischen Regierung und im öffentlichen Dienst kopiert, die bis heute erhalten blieben.
Neben dem Eisenerz- und Kohlebergabbau wurden Tee, Kaffee und Baumwolle die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte. Zudem wurden das heute noch genutzte riesige Schienennetz errichtet und Bewässerungsprojekte gestartet.
Mit verantwortlich für die Entstehung eines verarmten und landlosen Kleinbauernstandes war das Zamindar-(Grundbesitzer-)System, welches durch die Briten gefördert wurde (vgl. Lonely Planet: Indien, S. 1236).


  • 13.4.1919: Massaker an unbewaffneten indischen Demonstrierenden in Amritsar (Punjab). Viele bisher unpolitische Inder*innen sympathisieren mit der Kongresspartei. Gandhi reagiert mit seinem Programm des zivilen (gewaltfreien) Ungehorsam gegen die Briten und wird zum neuen Führer der Kongress-Bewegung.
  • 1930: Gandhi führt einen Salzmarsch gegen das britische Salzmonopol und die damit verbundene Salzsteuer. Es folgt seine Inhaftierung.
  • 1940: Die Muslimliga nimmt ihre Lahore-Resolution an und tritt für eine umfassendere Autonomie der muslimischen Bevölkerung in Indien ein. Es folgen Kampagnen für die Errichtung eines eigenen islamischen Staates, aus Angst vor einer Dominanz der Hindus in einem unabhängigen Indien.

Der Widerstand gegen die Briten nahm Anfang des 20. Jahrhunderts zu und wurde von der ältesten politischen Partei des Landes, dem Indischen Nationalkongress (INC) angeführt. Auch die Muslime des Landes gründeten im Zuge des aufkommenden Widerstands der Hindus eine eigene Partei, die ihre Rechte als Minderheit vertreten sollte: die Muslimliga. 

Innerhalb des INCs bildeten sich während der Zuspitzung des Widerstands gegen die Briten zwei hinduistische Lager. Eine gemäßigte und eine radikale Fraktion. Letztere war dazu bereit ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen.
Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden viele Anhänger*innen der Kongresspartei von den britischen Besatzern inhaftiert, damit sie den Kriegsbemühungen in Europa nicht in die Quere kamen. (Lonely Planet: Indien, S. 1236 f.)