Hintergrund des Kaschmir-Konflikts

Der Kaschmir Konflikt symbolisiert die folgenreiche Teilung Indiens durch die Briten:

Auf dem Weg in die Unabhängigkeit wurden die Herrscher der Fürstenstaaten Britisch-Indiens gefragt, zu welchem Land sie gehören wollten. Der hinduistische Maharadscha (Herrscher) von Kaschmir, einem Staat mit einer vorwiegend muslimischen Bevölkerung zögerte die Entscheidung hinaus. Als jedoch eine Paschtunen Armee versuchte, Kaschmir für Pakistan zu annektieren, bat der Maharadscha Indien um bewaffnete Unterstützung und entschied sich aufgrund dieses Vorfalls für den Beitritt zu Indien. Die Beitrittsurkunde wurde von Pakistan angefochten und die Auseinandersetzungen endeten zwei Monate nach der Unabhängigkeit im ersten Krieg.

Der UN-Sicherheitsrat forderte nun ein Referendum, welches über den Status Kaschmirs entscheiden sollte. Zudem vermittelten die Vereinten Nationen eine Waffenruhe, welche den Konflikt jedoch nicht beenden konnte.


Es befinden sich ca. 2/3 von Kaschmir auf der indischen Seite der Waffenstillstandslinie (LOC, Line of Control), die bis heute die Grenze darstellt. Da beide Regionen Anspruch auf ganz Kaschmir erheben, kommt es seit der Grenzziehung regelmäßig zu Konflikten und Übergriffen, wegen welcher bis zu 170 000 Pandits – Angehörige einer bestimmten Hindu-Gemeinschaft – vor Verfolgung und Ermordung durch Extremisten fliehen und ihre Heimat verlassen mussten. Viele von ihnen leben heute in Flüchtlingslagern rund um Jammu. 2014 sicherte der Präsident Mukherjee den Pandits zu, dafür zu sorgen, dass sie eines Tages in das Land ihrer Vorfahren zurückkehren und dort in Würde und Sicherheit leben könnten (vgl. Lonely Planet: Indien, S. 1240).